Archiv der Kategorie: Weltweit

2053 Explosionen in 8 Töne

Der japanische Künstler Isao Hashimoto macht die Geschichte der Atombomben auf interessante Weise erfahrbar. Während die Zeit von 1945 bis 1998 verstreicht, erklingt für jede Explosion ein Ton in unterschiedlicher Tonhöhe je nach Nation.

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=jfpQNfcRE1o]

In den 40ern  und zu Beginn der 50er Jahre erklingt vereinzelt der Ton der Amerikaner. Ab dem Ende der 1950 und zu Beginn der 60er steigert sich der Sound in ein wildes Stakkato des Kalten Kriegs, das in den vielstimmiges, scheinbar geordnetes Konzert in den 70ern und 80ern übergeht. Bis es Anfang 1993 dann auf einmal Ruhe einkehrt, sporadisch machen nur China, Frankreich, Pakistan und Indien auf sich aufmerksam.

Mein Tipp: Das Video im Hintergrund laufen lassen und einfach weitersurfen. Man wird automatisch immer wieder zum Video zurückkehren, wenn sich der Sound verändert!

How to feed the world?

„How to feed the world ?“ ist ein künstlerisch und inhaltich gelungenes Animationvideo über die Lage der Welternährung. Es zeigt nicht nur einfach und verständlich Ursachen vieler Probleme ohne dabei wesentliche  Aspekte des komplexen Sachverhalts außer Acht, sondern es spricht auch verschiedene Lösungsstrategien an:

Ein wesentlicher Lösungspunkt ist die Reduzierung des westlichen Fleischkonsums. Hier kann der deutsche Konsument selbst und direkt etwas verändern. Dies ist eine Forderung, die mir am Herzen liegt:

Der westliche Fleischkonsum kann nicht auf die ganze Welt ausgeweitet werden. Dafür ist die Fleischproduktion zu klimaschädlich und Ressourcen sowie Flächen verbrauchend.
Politur (McDonald’s isst die Welt)

Interessant ist auch der Hinweis, dass dauerhaft nicht eine intensivere Nahrungsmittelproduktion das Problem lösen kann, sondern dass wir eine geschlossene Kreislauf in der Landwirtschaft und der Nutzung der landwirtschaftlichen Produkte haben. Unsere Baumwoll- und Bekleidungsindustrie ist zum Beispiel kein geschlossener Kreislauf. Baumwollkleidung kann aufgrund der Chemikalien nicht einfach kompostiert werden und somit der Natur zurück gegeben werden. Sie ist Abfall. Dass es auch anders geht, hat Trigema zusammen mit dem Cradle-to-Cradle-Begründer Michael Braungart gezeigt und ein kompostierbares T-Shirt entwickelt.

Helft pädophilen Priestern

Das Spiel 1378(km) hat einen Medienzirkus ausgelöst, weswegen nun das Spiel nicht wie geplant morgen veröffentlicht wird. Die freie Kunst hat sich zu meinem Bedauern dem öffentlichen Druck gebeugt.

Kunst kann und darf verstören. Es gehört auch Mut dazu, die Kunst umzusetzen. Marc Duchamp hat mit seinen Readymades Fountain und Bicycle Wheel die Menschen verstört. Ebenso schockierte Édouard Manet mit einer nackten Frau zwischen bürgerlich gekleideten Menschen in dem Gemäde „Das Frühstück im Grünen“. Heute jedoch werden die Kunstwerke in dem MoMA in New York und im Musée d’Orsay gefeiert. Die digitale, spielbare Kunst hat es immer noch schwer! Da ist Karlsruhe mit dem ZKM ein Leuchtturm. Um für das das Computerspiel als Kunstform zu werben, werde ich in den nächsten Tagen künstlerisch wertvolle Spiele mit politischen Inhalt vorstellen.

Auch das satirische Flash-Game „Operation: Pedopriest“ löste einen medienwirksamen Skandal aus, jedoch in Italien. Der Inhalt des Spiel war 2007 für viele Empörte unvorstellbar. Der Kern ist heute teilweise traurige Gewissheit. Ziel des Spiel ist es nämlich pädophile Priester zu decken, Zeugen einzuschüchtern und die Strafverfolgung dieser Priester zu verhindern. Während dessen missbrauchen die Priester unter den Augen des Spielers munter Kinder weiter. Trotz harmlosen Comic-Look geht das Spiel unter die Haut.

(Spieldauer: So lange man es aushält.)

Das Unter-den-Teppich-Kehren von sexuellen Missbrauch ist nicht nur bei den Kircheneliten verbreitet, sondern auch bei den Kulturelite, auch hier in Deutschland.

Nachtrag: US-mexikanische Migrationskooperation

Wer keine Zeit für meinen Filmtipp Sin Nombre von Anfang Juni hatte, kann sich über nun über die wahren Hintergründe im Amnesty Journal informieren. Man denkt fast, der Artikel „Der Teufel aus Stahl“ wurde nur auf Basis des Films geschrieben, ähneln sich doch die Beschreibung der Wirklichkeit und Inhalt des Films frappierend. Sin Nombre erhielt unter anderem zwei Preise beim Sundance Film Festival.

Polanski, der Virgin Killer

Ich bedaure es noch immer, dass Roman Polanski für die Vergewaltigung einer 13-jährigen nicht wieder vor Gericht gestellt wird. Besonders negativ stößt mir dabei die heutige Kulturszene auf, wie sie mit Roman Polanski umgeht. In der heutigen Zeit ist mir schleierhaft, wie führende Kulturschaffende öffentlich Kindesmissbrauch verharmlosen. Die Ende der 70er hingegen waren andere Zeiten und ich kann verstehen, dass man Roman Polanski damals unterstützen konnte.

Wie damals mit Kindesmissbrauch und Kinderpornografie umgegangen wurde, verdeutlichen das Plattencover von Virgen Killer der Scorpions. Gedankenlos druckte die Scorpions 1976 auf dem Plattencover eine nacktes, junges Mädchen in lasziver Pose ab. Heute wäre dies undenkbar. Auch damals gab es Proteste, weswegen das Cover gewechselt wurde. Geschadet hat es den Scorpions langfristig aber nicht.

Wikipedia zeigt das umstritte Cover, weswegen Wikipedia teilweise auf eine britische Blacklist für gesperrte Seiten kam.

Nachtrag: Spiel die Welt zu Grunde (2)

Letztens erklärte ich, warum ich gegen ein Boykott von BP oder den Aral-Tankstellen bin. Einer de Gründe war:

Wer eine Tankstelle weiterfährt, tankt Benzin von Exxon, Shell oder einem anderen Ölkonzern. Diese sind weder besser noch schlechter als BP.

Ich schrieb auch:

Die Erdölgewinnung war schon immer ein Gewinn bringendes, dreckiges und hart umkämpftes Geschäft.

Beides wird einem durch einen Bericht des Auslandsjournal über die Ölkatastrophe in Nigerdelta von Nigeria  verdeutlicht, die laut dem Bericht hauptsächlich Shell verursachte und weiter verursacht. Die Ausmaße dieser Ölpest wird öffentlich weit weniger wahrgenommen als die Ölpest im Golf von Mexiko. Ein Nigerianer aus dem Bericht bringt es auf den Punkt:

„Das Geld, das sie (Anm.: die Ölkonzerne)  im Geld von Mexiko bezahlen werden, haben sie hier bei uns (Anm.: in Nigeria) verdient.“

Nachtrag: Kulturelite = Kirchenelite ?

Machinegrrrl’s Blog hat mich auf einen sehr guten Kommentar bei YouTube zu Fall Roman Polanski aufmerksam gemacht, der den kleinsten Rest an Verständnis für die Unterstützer Roman Polanskis zunichte machte: