Archiv der Kategorie: Film

2053 Explosionen in 8 Töne

Der japanische Künstler Isao Hashimoto macht die Geschichte der Atombomben auf interessante Weise erfahrbar. Während die Zeit von 1945 bis 1998 verstreicht, erklingt für jede Explosion ein Ton in unterschiedlicher Tonhöhe je nach Nation.

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=jfpQNfcRE1o]

In den 40ern  und zu Beginn der 50er Jahre erklingt vereinzelt der Ton der Amerikaner. Ab dem Ende der 1950 und zu Beginn der 60er steigert sich der Sound in ein wildes Stakkato des Kalten Kriegs, das in den vielstimmiges, scheinbar geordnetes Konzert in den 70ern und 80ern übergeht. Bis es Anfang 1993 dann auf einmal Ruhe einkehrt, sporadisch machen nur China, Frankreich, Pakistan und Indien auf sich aufmerksam.

Mein Tipp: Das Video im Hintergrund laufen lassen und einfach weitersurfen. Man wird automatisch immer wieder zum Video zurückkehren, wenn sich der Sound verändert!

Nachtrag: US-mexikanische Migrationskooperation

Wer keine Zeit für meinen Filmtipp Sin Nombre von Anfang Juni hatte, kann sich über nun über die wahren Hintergründe im Amnesty Journal informieren. Man denkt fast, der Artikel „Der Teufel aus Stahl“ wurde nur auf Basis des Films geschrieben, ähneln sich doch die Beschreibung der Wirklichkeit und Inhalt des Films frappierend. Sin Nombre erhielt unter anderem zwei Preise beim Sundance Film Festival.

Polanski, der Virgin Killer

Ich bedaure es noch immer, dass Roman Polanski für die Vergewaltigung einer 13-jährigen nicht wieder vor Gericht gestellt wird. Besonders negativ stößt mir dabei die heutige Kulturszene auf, wie sie mit Roman Polanski umgeht. In der heutigen Zeit ist mir schleierhaft, wie führende Kulturschaffende öffentlich Kindesmissbrauch verharmlosen. Die Ende der 70er hingegen waren andere Zeiten und ich kann verstehen, dass man Roman Polanski damals unterstützen konnte.

Wie damals mit Kindesmissbrauch und Kinderpornografie umgegangen wurde, verdeutlichen das Plattencover von Virgen Killer der Scorpions. Gedankenlos druckte die Scorpions 1976 auf dem Plattencover eine nacktes, junges Mädchen in lasziver Pose ab. Heute wäre dies undenkbar. Auch damals gab es Proteste, weswegen das Cover gewechselt wurde. Geschadet hat es den Scorpions langfristig aber nicht.

Wikipedia zeigt das umstritte Cover, weswegen Wikipedia teilweise auf eine britische Blacklist für gesperrte Seiten kam.

Nachtrag: Kulturelite = Kirchenelite ?

Machinegrrrl’s Blog hat mich auf einen sehr guten Kommentar bei YouTube zu Fall Roman Polanski aufmerksam gemacht, der den kleinsten Rest an Verständnis für die Unterstützer Roman Polanskis zunichte machte:

Kulturelite = Kirchenelite ?

Das Verfahren Roman Polanskis wegen der Vergewaltung einer 13-jährigen im Jahr 1977 ist auch ohne das Einmischen von Politikern schon lange ein internationales Politikum. In der USA ist Roman Polanski gesucht und in Frankreich erwünscht, worauf die Dokumentation „Roman Polanski: Wanted and Desired“ schon im Titel hinweist.

Ich versteh schon seit langem nicht, wieso sich so viele Kulturschaffende und kunstaffine Menschen bei diesem Verfahren sich so zahlreich hinter Roman Polanski stellen. Mich erinnert dabei die Kulturelite erschreckend an die katholische Kirchenelite. Beide wehren sich massiv gegen die rechtliche Verfolgung eines verdienten Mitglieds aus den eigenen Reihen.

In beiden Fällen ist die öffentliche Meinung gegensätzlich zu der jeweiligen Elite. Während heute die katholische Kirche soviel an gesellschaftlichen Einfluss verloren hat, dass sie dem gesellschaftlichen Druck nachgeben muss und sich von ihren schwarzen Schafen distanziert, scheint das Ansehen der Kulturschaffenden so gefestigt zu sein, dass sie sich heute noch geschlossen hinter einen Vergewaltiger einer Minderjährigen stellen können. Besonders in der USA ist der Gegensatz zwischen öffentlicher Meinung und der der Hollywoodstars erheblich.

Erschreckend ist, dass beide Eliten sich der Gerichtbarkeit und dem Gesetz entziehen wollen. Auf die Kirche will ich nicht weiter eingehen.

  • Roman Polanski flüchtet vor dem Gerichtsverfahren in Kalifornien nach Europa.
  • Die Kritiker des Verfahrens wiedersetzen sich rechtsstaatlichen Grundsätzen. Ihr liebstes Argument gegen dieses Verfahrens ist, dass das Opfer die Einstellung des Verfahrens wünscht. Die Strafverfolgung ist jedoch aus gutem Grund in einem Rechtsstaat eine staatliche Aufgabe, ebenso die Entscheidung über die Strafverfolgung. Würde man die Entscheidung, ob ermittelt wird, dem Opfer überlassen, könnte das Opfer mit Geld ruhig gestellt, erpresst oder gar bedroht werden. Erst der Staat als Strafverfolger kann dem Opfer Rechtssicherheit gewähren.
    Das Opfer wünscht die Einstellung, weil es Ruhe wünscht. Nicht das Gerichtsverfahren hat ihr diese genommen, sondern die Medien und Roman Polanski. Diese können ihr diese auch wiedergeben.
  • Die über 30-jährige Flucht Roman Polanskis wird sogar massiv mit dem Zweifel an dem Rechtssystem der USA begründet. Die Regisseurin von „Roman Polanski: Wanted and Desired“ schuf diese Dokumentation aufgrund folgenden Satzes Anwalts des Opfers:

„The day Roman Polanski fled was a sad day for the judicial system.“
– Quelle: Interview mit Marina Zenovich

In der Tat scheint der damalige Richter falsch und nicht im Sinne des Opfers gehandelt zu haben. Dieser Richter ist jedoch lange tot. Rechtsskandale gibt es auch in einem Rechtsstaat. Dafür sieht dieser aber mehrer Instanten und ein transparentes Verfahren vor. Wer zum Rechtsstaat steht, der sollte sich auch einem Gericht stellen. Diese Gericht kann auch zugunsten Roman Polanskis entscheiden. Roman Polanski sollte sich seiner Verantwortung stellen.

Was trennt Afrika und Europa?

Letztens fragte ich mich:

Anbetracht von Prognosen über immer größer werdende Migrationsströme an den Südgrenzen Europas frage ich mich, wo die großen, europäischen Filmbeiträge zum Thema Migration bleiben?

Hier ist die Antwort: Der drei Jahre alte spanische Film“14 Kilometer – Auf der Suche nach dem Glück“ läuft zurzeit in Deutschen Kinos. Nur 14km trennen Afrika und Europa an der Meerenge von Gibraltar.

US-mexikanische Migrationskooperation

Die USA diskutiert zurzeit nicht nur die Ölbohrungen im Golf von Mexiko sondern auch den Arizona Senate Bill 1070, der die Gesetzeslage gegenüber illegalen Einwanderen deutlich verschärft.

Hollywood greift seit Jahren das Thema der Immigration auf, insbesondere auch die Lage an der Grenze zu Mexiko wie in der Großproduktion Babel. In kleineren Zusammenabeit mit Mexiko enstanden mehrere spanischsprachige Film. Bemerkenswert sind die beiden Filme von der Produktionsfirma Creando Films, die viele Details der Migration zeigen: La Misma Luna und Sin Nombre. Letzterer von beiden ist packender und schonungsloser. La Misma Luna hingegen beleuchtet mit Charme mehr die Beweggründe und Dilemmas der Migration von Mexiko in die USA:

Anbetracht von Prognosen über immer größer werdende Migrationsströme an den Südgrenzen Europas frage ich mich, wo die großen, europäischen Filmbeiträge zum Thema Migration bleiben?