Tanzen verboten! Ausschlafen erlaubt!

Mit der Forderung nach Aufhebung des Tanzverbots an Sonn- und Feiertagen haben es die JuLis BaWü in die bundesweite Presse geschafft und sogar eine Diskussion darüber losgetreten.

Ich unterstütze Jens Brandenburg bei seinem Kampf gegen „diese Verbotskultur“. Leider argumentiert er etwas unglücklich. Er unterstellt der CDU Rücksichtnahme „auf bestimmte Wählergruppen“ und fordert er doch nur etwas für das eigene Klientel: die Jugend. Religiöse Anlässe begründen das Tanzverbot, aber sie begründen auch den Feiertag. Wer sich aufregt, dass er in den Karfreitag nicht hineintanzen kann, der sollte sich zumindest freuen, dass er an diesen Tag frei hat.

Grundlegend liberal wäre es gewesen, nicht die Aufhebung des Tanzverbots zu fordern, sondern die Abschafftung der religösen Feiertage als gesetzliche Feiertage und damit auch die wesentliche Grundlage für das Tanzverbot. Da dies einem politischen Selbstmord gleich käme, hätte man gleichzeitig die Schaffung von 10 Tagen gesetzlichen Sonderurlaub fordern können, mit dem Recht diesen an religiösen Feiertagen auch gegen den Willen des Arbeitgebers nehmen zu können. Damit hätten  Moslems das Recht an muslimischen Feiertagen freizunehmen, Juden an jüdischen usw.

Das wäre eine mutigere, interessantere und vor allem liberalere Forderung gewesen, die über den Tellerrand der eigenen Klientel hinausgeht.

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2 Antworten zu “Tanzen verboten! Ausschlafen erlaubt!

  1. gefällt mir sehr gut. sehe ich auch genau so. lediglich die realpolitische umsetzung ist fernab jeder realität, manchmal ist es besser kleine schritte zu gehen, diese aber dafür auch umsetzen zu können!

  2. Die kleinen Schritt der Realpolitik sollten wir der FDP überlassen. Wer wenn nicht die Jugend sollte den Blick in die Ferne richten und Visionen haben?

    Nachtrag:
    Wenn man aber konsequent weiter denkt, dann sollte man auch andere gesetzlich verankerte Verbote an den christlichen Feiertagen aufheben: Das Arbeitsverbot, auch „gesetzlicher Feiertag“ genannt. Warum für das Tanzverbot aber gegen das Arbeitsverbot?

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