McDonald’s isst die Welt

Die Einleitung von McDonald’s Video Game lautet:

In einem Unternehmen wie McDonald’s Geld zu verdienen ist gar nicht so einfach! Hinter jedem Sandwich stehen komplexe Prozesse, die Du in den Griff bekommen musst: von der Schaffung von Weiden bis zum Schlachten, vom Restaurant Management bis zur Vermarktung. Du wirst all die schmutzigen Geheimnisse kennenlernen, die uns zu einem der größten Konzerne der Welt gemacht haben.

Wem bisher noch nicht klar ist, dass es sich bei dem Browsergame um eine digitale Parodie handelt, wird darauf nur durch einen kurzen Disclaimer am Anfang des Spiels aufmerksam gemacht. Die restliche Wirtschaftssimulation über McDonald’s ist plausibel. Aus angebauten Soja und gezüchteten Kühe werden zunächst Burger und schließlich mit Marketing beim Verkauf an den Kunden Geld. Natürlich kann man Regenwald roden, Industrieabfälle verfüttern, unliebsame Mitarbeiter feuern, Gesundheits- und Umweltexperten bestechen und Productplacement betreiben. Doch bei dieser ganzen Freiheit ist das Spiel nicht so einfach. Die kritische Öffenlichkeit und das profitgierige Management liegen einem im Nacken.


Auch wenn diese Darstellung von McDonald’s überspitzt ist, so sind die Kernaussagen dennoch richtig und gelten bei weitem nicht nur für Fastfood. Die Landwirtschaft ist einer der größten Umweltverschmutzter und befördert massiv den Klimawandel. Es gibt eine Ausbeutung von einfachen Mitarbeitern im Servicebereich. Die Nahrungsmittelherstellung ist ein automatisierter Industriesektor.

Lösungen bietet das Spiel nicht an. Die Beantwortung dieser Fragen ist auch nicht einfach, denn manche Lösungen sind gegensätzlich. Eine umweltverträglichere Lebensmittelproduktion hat in der Regel einen höheren Flächenverbrauch zur Folge. Noch immer hungeren viele Menschen, die mehr konsumieren möchten. Eines ist aber sicher. Der westliche Fleischkonsum kann nicht auf die ganze Welt ausgeweitet werden. Dafür ist die Fleischproduktion zu klimaschädlich und Ressourcen sowie Flächen verbrauchend.

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8 Antworten zu “McDonald’s isst die Welt

  1. Die Landwirtschaft ist einer der größten Umweltverschmutzter und befördert massiv den Klimawandel. Es gibt eine Ausbeutung von einfachen Mitarbeitern im Servicebereich. Die Nahrungsmittelherstellung ist ein automatisierter Industriesektor.

    Starker Tobak und ohne weitere Erläuterung klingt das wie eine Aneinanderreihung von Klisches.

  2. Versteppung und Wüstenbildung durch künstliche Bewässerung (zB Aralsee), ein Kilo Fleisch entspricht dem CO2-Ausstoß einer 250km-Autofahrt, 80% des Wasserverbrauchs findet in der Landwirtschaft statt, Abholzung von (Regen-)wälder für die Viehzucht, für jede tierische Kalorie benötigt man 10x mehr Wasser als für die pflanzliche, Hormoneinsatz im Grundwasser angreichert,…

  3. Ich finde es ehrlich gesagt etwas unverschämt, mit so viel Mühe und Arbeit ein Spiel zu programmieren, welches dermaßen gegen McDonalds geht. Es ist bewiesen, dass das Fleisch von regionalen Bauern kommt und dass die Rinder definitiv nicht mit „Abfall“ gefüttert werden. So entstehen wieder einmal jede Menge falsche Vorurteile…

  4. @Peter:
    Ich finde schade, dass du die Mühe und Kreativität nicht schätzt sondern ablehnst. Zu deiner Erinnerung hier ein Auszug aus Wikipedia was eine Parodie ist:
    „Parodie bezeichnet die verzerrende, übertreibende oder verspottende Nachahmung …, wobei zwar die Form … typische Verhaltensweisen beibehalten werden, aber ein anderer, nicht dazu passender Inhalt unterlegt wird. Durch die dadurch aufgebaute deutliche Abweichung gegenüber dem bekannten Original entsteht ein humoristischer Effekt. … erbindet sich mit der Parodie beispielsweise eine Gesellschaftskritik, so kann sie satirische Züge erhalten. Hier kann die Parodie also im Dienst der Satire stehen.“

    Natürlich verfüttert McDonalds keinen Abfall an Kühe. McDonalds hat einen hohen Lebensmittelstandard. Mit Sicherheit gibt es bedenklichere Firmen as McDonalds. Es wird jedoch am Primus McDonalds Gesellschaftskritik an der industrialisierten, nicht nachhaltigen Landwirtschaft geübt, die wir noch immer in weiten Teilen praktizieren.

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