Zionistischer Antisemit

Bin ich schizophren? Ich habe es in den letzten Wochen geschafft, sowohl als antisemitischer Rechtsradikaler als auch als zionistischer Kriegstreiber beleidigt zu werden. Das passiert eben, wenn man eine gemäßigte und differenzierte Meinung vertritt und sich sowohl auf Pro-Israel-Blogs als auch Palästina-Blogs herumtreibt. Der Mann in der Mitte wird von beiden Seiten angefahren. Letztens schrieb ich schon zur Diskussion über das Aufbrechen der Free-Gaza-Flotille durch die IDF:

Liest man aber die Kommentare im Internet, scheint es nur eines der beiden Extreme zu geben.

Diese allein zeigt schon, wie verfahren dieser Konflikt ist. Selbst bei den Unterstützern beider Seiten, die hunderte Kilometer entfernt von Israel leben, ist kaum Bereitschaft zur Versöhnung vorhanden.

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3 Antworten zu “Zionistischer Antisemit

  1. Inzwischen muss man sich anscheinend bereits entschuldigen, wenn man versehentlich etwas Pro-Israelisches äußert. Um als Pro-Isrealisch zu gelten reicht es schon, wenn man lediglich an Israel-Kritikern ein paar unlogische Argumente geraderücken will (z.B. diesen aktuellen Unsinn mit dem Piraterievorwurf). Erstaunlicherweise darf man aber gegen Israel hetzen, was das Zeug hält. Und man darf sich dann immer noch als links bezeichnen. Bei Elsässer sind sie ja fast soweit, zum „Kauft nicht beim Juden!“ aufzurufen:

    Siehe Kommentar Gerina Juni 6, 2010 at 18:11

  2. Auf haolam.de gibt es eine Erkläung des israelischen Justizministeriums die den Einsatz rechtfertigt. Gleich am Anfang der Begründungskette steht die Behauptung:

    – Hamas ist eine Terrororganisation und der Gazastreifen wird durch diese kontrolliert.
    Alles weitere baut auf diesen Prämissen auf.

    Der Subtext: Alle, die das irgendwie unterstützen, oder die Blockade brechen wollen, sind Terrorhelfer.

    Deswegen war es so wichtig für Nato/EU-Eliten, Hamas und Hisbollah auf die Terrorliste zusetzen, ohne verbindliche Definitionen von Terrorismus auf UN-Ebene hat sich die militärische Logik durchgesetzt, einen nichterklärten asymetrischen Krieg in dem alles erlaubt ist, wir sehen das seit dem 9/11 weltweit und daher ist die Einbindung in den War on Terror für die proisraelischen Propagandisten so wichtig, und daher sind diese Leute 100%ige Anhänger der offiziellen 9/11-Lesart. Also, es geht eben nicht nur um Israel.

    Der Terror- bzw. Symphatisantenvorwurf war immer schon ein wichtiges Totschlagargument um jede Auseinandersetzung über Rechtmäßigkeit von Widerstandsbewegungen, Befreiungsbewegungen, Kriegsgründen, menschliche Bedürfnissen, etc. zu verunmöglichen. Siehe die Zustände in der BRD in den 70zigern. Die verdeckten Operationen sind die Gründe weswegen die Friedensbemühungen nicht vorangkommen. Wir brauchen eine Bürgerbewegung gegen die real-existierenden Geheimdienste. Die LINKE ist dazu unfähig. Und Sie auch, Mr. Politiur.

  3. @Frank:
    Ich glaube, du hast vergessen einen Link zu posten! 🙂

    @Frost:
    Ich mag es auch nicht die Hamas als Terroristen zu abzustempeln. Sie übernehmen im Gazastreifen auch durchaus soziale Aufgaben. Was jedoch gerne geleugnet wird, dass zwischen Hamas und Israel ein bewaffneter Konflikt besteht.
    Wann sind nicht-staatliche Organisationen (zB Aufständische) eine kriegsführende Partei, auf die das Völkerrecht angewendet werden kann?
    1. Es muss eine definierte Bevölkerungsgruppe sein: Hier die Palistinänser Gazas vs. Israelischer Staat
    2. Ein Herrschaftsgebiet: Gaza vs. restliches Israel
    3. Es muss eine Art Regierung geben: die Hamas-Führung vs. israelische Regierung.

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