Wolfgang Schäuble kritiersiert seinen Bruder

Aus aktuellem Anlass knüpfe ich an meinen letzten Blogbeitrag „Biergitte giert Ackermann nach“ an. Wolfgang Schäuble kritisierte in der FAS Ackermann:

„Ein Mann wie der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann, den ich wegen seiner Fachkenntnis sehr schätze, findet eine Rendite von 25 Prozent angemessen. Das kann ein produzierendes Unternehmen nicht leisten. Daraus müssen wir schließen, dass der Finanzmarkt sich nur noch um sich selbst dreht, statt seine Aufgabe zu erfüllen und eine vernünftige, nachhaltig wachsende Wirtschaft zu finanzieren. Das müssen wir ändern.“

Mit den beiden letzten Sätzen mag Wolfgang Schäuble zwar recht haben, aber wie er zu dieser Aussage gelangt ist in zweierlei Hinsicht falsch:

  1. Ackermann hat nicht das Ziel einer „Rendite von 25%“ sondern das einer „Eigenkapitalrendite von 25%“ ausgegeben. Die Eigenkapitalrendite ist in der Regel viel höher als die Rendite.
  2. Eine Eigenkapitalrendite von über 25% hingegen ist bei industriellen Unternehmen nicht unüblich, wie die Deutsche Bank richtig anmerkt. Wolfgang Schäubles Bruder Thomas Schäuble hat dies vor kurzem bei der Badischen Staatsbrauerei Rothaus mit einer Eigenkapitalrendite von 28% gezeigt.

Anbetracht der extrem hohen Eigenkapitalquote der Brauerei von 83% erzielte die Brauerei sogar eine Rendite von über 23% und war damit der 25%-igen Rendite ziemlich nahe, die Wolfgang Schäuble Ackermann als Ziel fälschlicherweise zugeschrieben hat. Somit kritisiert Wolfgang Schäuble nicht nur Josef Ackermann sondern auch seinen Bruder Thomas Schäuble.

Es gibt gute Gründe gegen das Ziel einer Eigenkapitalrendite von 25% zu sein. Die Finanzwirtschaft deswegen zu diskreditieren, ist aber falsch.

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Eine Antwort zu “Wolfgang Schäuble kritiersiert seinen Bruder

  1. Diese Zusammenhaenge verleiten dazu, mehr Fremdkapital in eine Firma zu nehmen. Damit liesse sich die Eigenkapitalrendite enorm steigern. Die Banken sind da eingeschränkt, weil ein Minimum von 8% Eigenkapital durch Basel II zwingend vorgeschrieben ist. Der Vorteil für die Banken aber ist, dass sie sich um den Rest nicht so sehr sorgen müssen, während Firmen in der Regel gezwungen sind, zunächst das Fremdkapital zu bedienen. Das führt im Endeffekt dazu, dass der Preis eines Yoghurt zu achtzig Prozent aus Zinsen besteht. Da ist auch die Staatsverschuldung drin versteckt.

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