Biergitte giert Ackermann nach!

Ackermanns Ziel ’25-%-Eigenkapitalrendite‘ hat die Deutsche Bank im letzten Geschäftsjahr um 5%-Punkte übertroffen! Mit solchen Traumrenditen ist die habgierige Finanzwelt nicht alleine. Ex-Landesminister Thomas Schäuble stellte letzte Woche stolz 33%-Umsatzrendite der Badischen Staatsbrauerei Rothaus vor, die 100% im Besitz des Landes Baden-Württemberg ist. Bei einem Umsatz von 89 Millionen Euro und einem Eigenkapital von 104 Millionen Euro (2008) macht das

eine Eigenkapitalrendite von 28%
der Badischen Staatsbrauerei Rothaus.

Muss man mit dem Wissen Ackermanns Zielvorgabe anders bewerten oder das Bild von der sympathischen, heimatlichen Brauerei überdenken?

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6 Antworten zu “Biergitte giert Ackermann nach!

  1. Die Deutsche Bank verdient ihr Geld überproportional mit Dienstleistungen und weniger mit klassischen Finanzierungen, da ist so eine Rendite normal. Um Dienstleistungen zu erbringen benötigst du nur wenig Kapital. Das ist bei anderen Dienstleistern auch so.

    Stell dir eine Immobilienvermittlung vor. Alles was du brauchst ist ein Büro und vielleicht Mitarbeiter. Dafür musst du nur wenig Kapital binden. Deine laufenden Kosten sind nahezu fix. Es kommt also darauf an wie erfolgreich du deine Dienstleistung am Markt plazierst. Umso mehr umso besser -> umso bessere Umsatzrentabilität, da ohne mehr Kapitalaufwand.
    Übrigens Investmentbanking hat nichts mit Wertpapieren kaufen und verkaufen zu tun oder irgendetwas mit klassischen Kleinteiligen Wertpapiergeschäft, sondern vorallem mit der Abwicklung solcher Geschäfte für Kunden gegen Gebühr, oder einfädeln von Unternehmenskäufen etc. Da kannst du ohne Kapitaleinsatz, einfach durch dein KnowHow hunderttausende von Euros verdienen.

    Neulich hat ein Mittelständler eine andere Firma gekauft und musste für die Vermittlung und Beratung 120 T€ blechen.

    Herzlich, Florian

  2. Ergänzung zum obigen Kommentar: Bei der Vermittlung und Beratung war natürlich der Kaufpreis der zu kaufenden Firma noch nicht dabei, dieser kostete extra so in etwa 2 Mio. €.

    Herzlich, Florian

  3. Was sagt das über Rothaus aus, das ein klassisches Produkt anbietet…?

    • Eigentlich nur das es ein Spitzenprodukt ist und man damit Geld wie Heu verdienen kann. Es ist halt ein Kultbier und viele sind bereit für den Namen zu zahlen. Bei größerer Konkurrenz wäre aber genug Spielraum nach unten. Ich weiß gar nicht warum wir uns darüber ärgern sollen, scheinbar hat das Unternehmen mal alles richtig gemacht und das obwohl in staatlicher Hand.
      Aber bevor ich mich zu weit aus dem Fenster lehne, ich weiß gar nicht wie die EK/FK-Relation ist. Könnte ja sein, dass das EK ziemlich gering ist und aufgrund staatlicher Garantien eine extreme FK-Versorgung möglich ist zu wahnsinnig niedrigen Preisen also Zinsen.
      Das würde eine hohe EK-Rendite ermöglichen, obwohl die Umsatzrenta nicht von branchenwerten abweist. Insgesamt wäre das natürlich ein krasser Wettbewerbsvorteil den man beseitigen sollte.
      Also wie auch immer, die EK-Rendite sagt in dem speziellen Fall gar nichts aus.

  4. Ich weiß gar nicht warum wir uns darüber ärgern sollen.

    Ich will mich gar nicht ärgern und tun’s nicht. Ich fands nur lustig, dass von Politikern geführtes Unternehmen solche Renditen erzielt, während nach mehr Staat wegen der Gier der neoliberale Writschaft gerufen wird…

    Rothaus hat extrem viel Eigenkapital. Das folgende Zitat zeigt dies:

    Im Jahr 2006 hat die Rothaus AG insgesamt 13,3 Millionen Euro investiert. Die Summe konnte komplett aus dem operativen Cash-Flow finanziert werden. Der gesamte Cash-Flow erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von 30,7 auf 31,3 Millionen Euro, das Anlagevermögen ist wie gehabt vollständig durch Eigenkapital finanziert.

    Der Link in meinem Blogbeitrag verlinkt auf einen Bericht, wo du alle relvanten Bilanzzahlen findest.

  5. Pingback: Wolfgang Schäuble kritiersiert seinen Bruder « Politur Blog

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